Wallfahrtskirche Glis
Wettbewerb Neugestaltung Chorraum

2019 (1.Rang)

Zusammenarbeit mit Christian Kathriner
bildender Künstler, Luzern

Unser Projekt „Canto nuovo“ überzeugt die Jury, indem es sich am Bestand der Kirche orientiert und aus der Geschichte des Baus herauswächst, trotzdem aber als zeitgenössische Arbeit zu erkennen ist. Auf der künstlerischen Ebene findet ein Dialog mit dem Bau statt.

Das Projekt Canto Nuovo will „ein neues Lied anstimmen“, dazu soll zuallererst eine Verschiebung der Perspektive beitragen, die zu einer Revitalisierung des Bestands führt. Die Pracht und Geschichtsträchtigkeit der Kirche und ihrer Ausstattung soll nicht als Hypothek und vererbte Bürde wahrgenommen werden, sondern im Gegenteil mit präzisen Setzungen revitalisiert und zum Sprechen gebracht werden. Auf sensationelle Fremdheit und Kontraste soll bewusst verzichtet werden. Alle neuen Elemente sind dennoch explizit zeitgenössische Werke und heutigen Überlegungen entsprungen und verstehen sich als „Aggiornamento“. Durch die bewusste Farbwahl, Materialisierung, Skalierung, sowie durch die gewählte Symbolik wird eine unmittelbar erfahrbare Einheit gestiet. Die neuen liturgischen Elemente sind keine Hauptdarsteller, sie stimmen sich selbstverständlich in das über Jahrhunderte gewachsenen Ganze ein. Sie sind jedoch so konzipiert und gestaltet, dass sie ihrer hervorgehobenen Funktion in der Liturgie entsprechend wirksam werden, Solisten gleich, welche genau auf Dirigat und Orchester hören.

MFH Gartenstrasse

2015-2019

Die Parzelle bietet die Möglichkeit einer sinnvollen Verdichtung. In zentrumsnaher Lage, in unmittelbarer Nähe zu Bahnhof, Dienstleistungs- und Einkaufszentren, wurde mit dem neu erstellten Appartementhaus der Nachfrage an Kleinwohnungen entsprochen. Zielgruppe: ältere und jüngere Paare, Einpersonenhaushalte, Kleinfamilien. Das Baureglement (Kernzone) lies grundsätzlich ein sehr grosses Volumen zu. Aus ortsbaulichen Gründen kam jedoch eine Vollausnutzung nicht in Frage. Das Volumen ist daher im Grundriss und in der Höhe gestaffelt und somit auf ein optimiertes Mass reduziert. Die durch die Volumenstaffelung segmentierte Fassade nimmt verschiedene Fluchten der Nachbargebäude auf. Mit abgestuften und nach oben zurückversetzten Terrassen und Flachdächern wird eine Dachform geschaffen, welche sich in die Umgebung integriert.

Bauherrschaft: privat
Planung: 2015 - 2017
Bauzeit: 2017 - 2019
Adresse: Gartenstrasse 1, Sarnen
Mittarbeit: Sabrina Mathis, Ana Bela Amstad
Kosten/Bauleitung: Eggimann Architekten
Photos: Martin Wittwer www.freitreppe.com

Neueröffnung Peterskapelle Luzern

2015-2018

Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wurde die Peterskapelle am Samstag, 8. Dezember 2018 feierlich wiedereröffnet. Der heutige Kirchenraum präsentiert sich aufgeräumt, luftig und frisch ohne dass die Spuren der Geschichte getilgt wurden.
Als ältester in Luzern erhaltener Kirchenbau kann die Peterskapelle als Keimzelle für die entstehende Stadt Luzern bezeichnet werden. Sie wird 1178 erstmals schriftlich erwähnt im Zusammenhang mit der Ernennung eines Leutpriesters durch das Kloster St. Leodegar im Hof. Aus verschiedenen Quellen wissen wir, dass die Peterskapelle auch als Versammlungsraum diente. Unter anderem wurde hier im 15. Jahrhundert die Burgunderbeute verteilt, und im 16. Jahrhundert diente die Peterskapelle zur Vorbereitung der Osterspiele. Sie ist vor diesem Hintergrund ein Kulturdenkmal von ausserordentlich grosser historischer Bedeutung.

Realisiertes Wettbewerbsprojekt
in Zusammenarbeit mit Christian Kathriner
bildender Künstler, Luzern

Denkmalpflege LU

MFH Grundstrasse

2011-2015

Im Sarner Dorfkern entstand ein Wohnhaus für Junge und Junggebliebene. Das Gebäude umfasst sechs Studiowohnungen und ein Atelier. Der hohe Gebäudekörper auf dem schmalen Grundstück behauptet sich mit seinem charakteristischen Grundriss und der expressiven Dachform selbstbewusst gegenüber den grossen Volumen in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Dabei übernimmt das Projekt eine Scharnierfunktion zwischen den historischen Bauten und den abstrakten, angrenzenden Flachdachkörpern. Die expressive, zweigeschossige Dachlukarne bietet einen Ausblich durch eine Baulücke in die Bergwelt.

Fünf “loftartige” Studio-Wohnungen mit je ca. 60 m2 Wohnfläche werden über ein offenes Treppenhaus erschlossen. Im zwei-
geschossigen Dachgeschoss befindet sich eine 3.5-Zimmer Wohnung mit 90 m2 Wohnfläche und einer grosszügigen Dachterrasse.

Bauherrschaft: privat
Planung: 2011-2013
Bauzeit: 2014-2015
Bauvolumen: 2'500 m2
Adresse: Grundstrasse 3, Sarnen
Mitarbeit: Elia Malevez, Abel Basurto
Kosten/Bauleitung: Eggimann Architekten
Photos: Martin Wittwer www.freitreppe.com

archdaily.com
pinterest.com
swissarchitects.com

Wijermatt Kerns

2011-2016

Die Setzung und Ausbildung der elf Baukörper wird aus der bestehenden ortsbaulichen Situation und Körnung der umliegenden Gebäude abgeleitet. Vier unterschiedliche Haustypen (Ein- bis Dreibünder) welche mit ihrer Grundrissdisposition gespiegelt und gedreht vorkommen, erlauben eine rationelle Umsetzung eines sinnvollen Wohnungsmixes mit gleichzeitiger Ausbildung von interessanten Zwischenräumen.

Die Gebäudekörper sind jeweils in der Fassadenabwicklung und der Höhe gestaffelt, die Breite der Stirnfassaden aber ist bei allen Häusern wiederkehrend gleich – in der Breite des historischen Wohnhauses Röthlin. Die neuen Gebäudevolumen erhalten so keine eindeutige Ausrichtung, viel mehr ergibt sich ein ortstypisches Zusammenspiel von Stirn- und Seitenfassaden.

Die gestaffelten Körper erlauben eine optimale Setzung innerhalb des verwinkelten Perimeters mit angemessenen Aussenräumen und vielseitigen Quersichten und Ausblicken auf die umliegende Bergwelt. Die Staffelung des Grundrisses ergibt sich durch das Verschieben der Wohnungen entlang dem Erschliessungskern. Jede Wohnung ist von mindestens drei Seiten natürlich belichtet und sämtliche Wohn- und Essbereiche mit den zugehörigen privaten Aussenräumen (eingezogene Balkone) sind südost- oder südwestorientiert.

Nicht nur die Körnung und Abstufung der Gebäudevolumen nimmt Bezug auf die ortstypischen Begebenheiten, auch die Dach- und Fassadengestaltung soll abgewandelte Elemente der umliegenden Gebäude aufnehmen. So sind durch flache Schrägdächer mit teilweise asymmetrischem Giebelstand die einzelnen Finger der Gebäude als eigenständige Einheiten artikuliert. Durch Einschnitte können für die Dachwohnungen ungedeckte Terrassen geschaffen werden. Der gesamte Gebäudekörper wird mit dem Dach über dem Attikageschoss zusammengehalten.

Bauherrschaft: Eberli Sarnen
Projektwettbewerb: 2010
Planung: 2011-2014
Ausführung: 2012-2016
Adresse: Wijermattstrasse, Kerns
Mitarbeit: Elia Malevez, Abel Basurto
Kosten/Bauleitung: Eberli Sarnen
Umgebung Projekt: Stephan Köpfli
Umgebung Realisation: Freiraum Architektur
Bauvolumen: 58'000 m3
Visualisierungen: Studio12 GmbH
Fotos: Martin Wittwer www.freitreppe.com

Wohnhaus Kerns

2015

Das denkmalgeschützte Wohnhaus von 1838 wurde sorgfältig restauriert und renoviert. Durch ein neues, aussenliegendes Treppenhaus, welches unterirdisch mit der Tiefgarage der Überbauung Wijermatt verbunden ist, können drei unabhängige Wohnungen erschlossen werden. Im Hochparterre befindet sich eine 4-Zimmer Wohnung mit Gartenzugang, im 1. Obergeschoss eine 3.5-Zimmer Wohnung mit Balkon und im 2. Obergeschoss eine 4.5-Zimmer Maisonettwohnung mit einem spannenden Dachraum und einer grossen Terrasse.

Das Haus ist historisch von hoher Bedeutung (regional mit 19 Punkten). Es wurde vom Obwaldner Arzt Franz Josef Durrer erbaut und ist ein stolzer Vertreter des klassizistischen Biedermeierstils damaliger Profanarchitektur. Die seit der Bauzeit wenig veränderte Bausubstanz zeugt von hoher Bauqualität und Handwerkskunst. Bemerkenswert sind die bis unters Dach massiv gemauerten und bis zu 90 cm dicken Aussenwände. Die Innenräume sind mit kunstvollen Stuckaturen, Wandtäfer und reichhaltigen Parkettböden geschmückt.

Das Haus wird von einem idyllischen Garten umgeben. Die Anlage besitzt einen alten Baumbestand welcher durch neue Pflanzen, Sitzplätze und Wege ergänzt wird, wodurch eine grüne Oase mitten im Kernser Dorfzentrum entsteht.

Die Wohnungsgrundrisse sind geprägt durch die typische Raumgliederung des historischen Gebäudes und sind von allen vier Himmelsrichtungen natürlich belichtet. Die vergleichsweise hohen Räume sind durch zierliche Nussbaumtüren verbunden. In den tiefen Mauern bilden sich raumhohe Fensternischen, welche mit der umlaufenden Wandverkleidung den Räumen einen herrschaftlichen Charakter verleihen.

Bauherrschaft: privat
Planung: 2011-2014
Ausführung: 2013-2015
Adresse: Sarnerstrasse 6, Kerns
Mitarbeit: Abel Basurto
Fotos: Martin Wittwer www.freitreppe.com

Einfamilienhaus Alberswil

2015

Bauherrschaft: privat
Planung : 2013 - 2014
Bauzeit : 2014 - 2015
Photos: Doris Hüsler

Haus am Hubel

2011

Das bestehende, zu eng gewordene Wohnhaus am Dorfrand von Wolfenschiessen soll einem Neubau, welcher drei Generationen der gleichen Familie Platz bietet, weichen.

Der Ersatzneubau wird, wie seinerzeit das alte Haus, nordseitig im Grundstück platziert und nahe an den Hubel gerückt. Er setzt sich aus zwei ineinander-greifenden Elementen zusammen: einem massiven ‚Rücken‘ als südseitige Verlängerung der bestehenden Garage entlang des Hubels sowie dem davorgestellten, an den Betonteil angelehnten Holzbau. Der Holzbau wird als Referenz an das bestehende Wohnhaus möglichst kompakt und mit ähnlichen Proportionen ausgebildet. Präzise gesetzte Einschnitte und Aufbauten interpretieren auf zeitgemässe Weise typische Elemente der ortsüblichen Wohn- und Bauernhäuser.

Der Neubau bietet mit zwei Wohnungen drei Generationen Platz. Die im Erdgeschoss liegende 4.5-Zimmer Wohnung dient den Eltern als Alterswohnung. Die obere Wohnung mit 8.5-Zimmern erstreckt sich über zwei Geschosse und wird von der Familie der Tochter bewohnt. Beide Wohnungen verfügen über getrennte Eingänge, sind jedoch intern über die Waschküche verbunden.

Beide Wohnungen haben einen teilweise ins Volumen eingeschnittenen Sitzplatz. In der Erdgeschosswohnung liegt dieser an der südwestlichen Gebäudeecke; in der Obergeschosswohnung ist er im Südosten platziert, womit der Hubel direkt erschlossen wird. Vom oberen Sitzplatz führt eine Treppe in den Garten. Der ostseitige Betonrücken nimmt sämtliche Nebenräume wie Keller, Waschküche und Technikräume auf. Die Hauptwohnräume befinden sich im Holzvolumen, wobei die Wohn- und Essräume nach Süden ausgerichtet sind. An der Ostfassade, gegen den Hubel gerichtet, befinden sich Nassräume wie Toiletten und Bäder, sowie die Küchen.

Die hinterlüftete Fassade wird mittels vertikalen, grau lasierten Holzlatten verkleidet. Die in Breite und Tiefe unterschiedlichen Latten werden in einer geplant unregelmässigen Abfolge montiert und ergeben je nach Sonnenstand und Wetter ein abwechslungsreiches Licht- und Farbenspiel. Dieses erinnert an seit Jahrzehnten wettergegerbte Fassaden und hilft dem Haus, sich von Beginn weg im Ortsbild zu integrieren.

Bauherrschaft: privat

Bauvolumen: 1’800 m3

Planung: 2007-2010

Realisierung: 2010-2011

Adresse: Hauptstrasse 25, Wolfenschiessen

Mitarbeit: Mathias Reinhard

ROTER NAGEL NIDWALDEN MARKIERT

An sechs ausgewählten Orten wurde 2011 während zwölf Monaten der rote Nagel in Nidwalden aufgestellt. Diese Markierungen sollen Verborgenes sichtbar machen, Vergessenes in Erinnerung rufen, Hintergründiges in den Vordergrund stellen. Diese Anlässe finden abwechslungsweise alle zwei Monate mit dem Architekturforum Uri statt.

www.innerschweizer-heimatschutz.ch

PUBLIKATIONEN

'Roter Nagel in Nidwalden und Uri'
Karton Heft 6 Januar 2013

'Online-Bericht im art-tv' Die Setzung des roten Nagels am 12.11.2011 durch den Innerschweizer Heimatschutz

'Roter Nagel bezeichnet Baukultur von hoher Qualität' Artikel in der Neuen Nidwaldner Zeitung (NNZ) vom 16.11.11

'Roter Nagel im Garten' Artikel in der ONZ (Obwalden und Nidwalden Zeitung) vom 10.11.11 sowie in der Online-Ausgabe

'Ein neues Haus an alter Stelle' Artikel in Neuen Nidwaldner Zeitung (NNZ) vom 10.11.11

Haus Breiten

2010

Das Biedermeierhaus 'Breiten'
wurde um 1835 durch Landeshauptmann
Josef Maria Röthlin erbaut.
Es ist ein beachtlicher Vertreter
klassizistischer Profanarchitektur aus
der für Kerns regen Bauepoche des
19. Jahrhunderts.

Da das Haus Breiten künftig vermietet werden soll, wurde in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege ein Projekt erarbeitet, welches das Haus mit einem geringen Struktureingriff in zwei voneinander unabhängige Einheiten unterteilt. Das Gebäude bringt somit eine von der Grösse her den heutigen Bedürf-
nissen entsprechende Wohnung in den Obergeschossen und ein repräsentatives Büro im Erdgeschoss unter.

Ein bestehender Garagenanbau auf
der Südseite wird durch einen neuen
Anbau, der den Büroraum erweitert,
ersetzt. Der vom historischen Gebäu-
de klar differenzierbare Körper ist
mit 10mm massivem Stahlblech
materialisiert.

Das Gebäude ist im Kantonalen
Inventar für schützenswerte Bauten
eingetragen und mit 19 Punken
regional eingestuft.

Bauherrschaft: privat
Planung 2008 - 2009
Ausführung: 2009 - 2010
Adresse: Flüelistrasse 9, Kerns
Kosten/Bauleitung: Eggimann Architekten

Publikationen:

'Wenn Obstbäume zu Häuser werden'
www.onz.ch

'Wohnen im Denkmal'
Werkstil ISBN 978-3-033-03623-9

Riedtli Sachseln
Studienauftrag
2018

Das Planungsareal bildet den vorläufigen Abschluss der sich vom nördlichen Dorfeingang Richtung Süden entwickelnden, kleinmassstäblichen Häuserzeile und markiert gleichzeitig den Eingang zum eigentlichen Dor ern von Sachseln. Auch wenn die Betriebsbauten der Reinhard AG auf der gegenüber liegenden Seite der Allmendstrasse eine grössere Körnung vorweisen, sollen die beiden vorgeschlagenen Neubauten in ihrer Volumetrie und Setzung dem überlieferten Bebaungsmuster der Wohnbauten folgen und dieses weiterführen. Ihre Positionierung erfolgt aus zwei Gründen im östlichen Bereich des Planungsperimeters. Zum Einen soll im Bereich der Einmündung Allmendstrasse in die Brünigstrasse der baumbestandene Grünraum erhalten und als gemeinschaftlicher Dorfgarten neu belebt werden, zum Anderen rücken die neuen Bauten bewusst in den Hintergrund und lassen dem historischen Wohnhaus den gebührenden Freiraum um dessen Präsenz zu stärken. Gleich wie die neuen Bauten wird so auch der qualitätsvolle Aussenraum Teil der Weiterführung des Dorfgefüges, und ermöglicht trotz Verdichtung weiterhin abwechslungsreiche Durchblicke und Aussichten auf die nähere und weitere Umgebung.

Dorfzentrum Stansstad
Projektwettbewerb auf Einladung
2018 (4.Rang, Ankauf)

Das „Mattli“ im historischen Kern von Stansstad entstand als bäuerlich geprägtes Fischerdorf. Der Planungsperimeter zwischen der zur Fischergasse orientierten Häuserzeile und dem Mülibach ist eine Art Hinterhof mit Nutzbauten und -gärten. Die heutige Identität des Planungsperimeters ist stark de niert durch die umrandenden Gebäuderückseiten mit ihren Anbauten und Bauten der „zweiten Reihe“. Trotz zum Teil stark vernachlässigter Bausubstanz hat der Ort eine romantische Dimension des Rückwärtigen, Hofartigen.
Der Projektvorschlag nimmt dieses Thema als Geschichtsbezug und als identitätsstiftendes Merkmal für die neu entstehenden privaten und öffentlichen Aussenräume auf. Die jeweils zu Zweien ineinander verschränkten Dorfhäuser thematisieren mit ihrer Volumetrie, Erschliessung und Fassadengestaltung Vor- und Rückseite zu Strasse und Gassen und zu den in Mauern gefassten, erhöhten Gärten.

Studienauftrag Kappelplatz Luzern
ARGE mit hummburkard architekten luzern
2017 (2.Rundgang)

An exklusiver Lage, wo sich Kapell- und Hans-Holbein-Gasse kreuzen, soll ein Ersatzneubau entstehen, der seine wichtige Rolle am Kapellplatz wahrnimmt und sich mit subtiler Eigenständigkeit in das historische Gefüge eingliedert. Eine regelmässige Lochfassade ersetzt das fensterlose Gesicht des bestehenden Gebäudes und schafft eine neue, klare Adresse im Zentrum von Luzern.
Der Neubau nimmt mit seinen (in Richtung Platz) wechselseitig zueinander verschobenen Geschossen die horizontale Gliederung klassischer Gesimse auf, welche Sockel- und Mezzaninegeschoss abzeichnen. Die Gliederung und Perforation der muralen Fassade kann als Schnittmenge der zeitgenössischen Bedürfnisse und dem historischen Bestand des Ortes gelesen werden.

Zusammenarbeit mit hummburkart.ch
Visualisierungen nightnurse images GmbH

Neugestaltung Peterskapelle Luzern
Projektwettbewerb mit Präqualifikation
2016 (1.Rang)

Verschiedenste Bedürfnisse, bestehende und neue Nutzungen, Denkmalcharakter, historische Bedeutung und bauliche sowie technische Auffrischungen kommen bei der Citypastoral in der Peterskapelle zusammen. Das Projekt Passepartout nimmt sich zum Ziel, mittels gezielten, sorgfältigen Interventionen den Raum, seine Proportionen, Achsen und Einrichtungen zu klären und mit den neuen Anforderungen in Einklang zu bringen.
Durch eine angemessene Gestaltung und Materialisierung einzelner neuer Elemente wird der Charakter einer schlichten und intimen Kapelle beibehalten, jedoch bei der Überführung in ein zeitgemässes Erscheinungsbild nicht banalisiert – die Peterskapelle wird mit einem ‚Glanz edler Einfachheit’ versehen.
Ein wesentliches Element für die räumliche Klärung und Schaffung der angestrebten kontemplativen Atmosphäre ist der Bodenbelag. Der gegossene, hellgraue Terrazzo ebnet das Gefälle vom Eingang zum Altar aus. Dadurch wird einerseits der Raum in sich ruhiger, andererseits entfällt eine der beiden Stufen zum Chor.
Die neue ,Bestuhlung’ – reduziert zugunsten einer freieren Raumwahrnehmung und grösseren Flexibilität für gottesdienstliche Feierformen – kann je nach Anlass erweitert oder reduziert und unterschiedlich angeordnet werden. Kürzere, mobile Bänke für drei bis vier Personen in filigraner Holzkonstruktion mit offenen Rückenlehnen können für raumsparende Lagerung zusammenklappt werden. Die Kniebänke können bei Bedarf (z.b. Konzert) individuell hochgeklappt werden.
Die Gestalt des neuen Altars ist von elementarer Einfachheit. Zwei weisse Marmorblöcke und ihre gespiegelten Äderungen sind zum symmetrischen Bild gefügt. Auf diese aufgelegt ist das dritte Element, eine horizontale Platte aus schwarzem Melchtaler Marmor, dem Bergtal der Einsiedelei des hl. Bruder Klaus. Diese Materialisierung nimm klar Bezug auf die bestehenden Altäre, mit ihrem schwarzen Stuckmarmor und dessen Quarzäderungen. Der neue Altar wird aus der verdrehten Achse des Hochaltars in die Hauptachse des Raumes gesetzt. Der stabile, helle Block trägt den ruhenden, lastenden dunklen Block.
Das Ruhen und Lasten ist ganz direkt als physisch erfahrbare Tektonik erlebbar. Der Ort des Altars erhält somit sprichwörtlich sein Gewicht. Die Prinzipien von Statik und Tektonik verweisen direkt und unmittelbar auf das Weltgebäude der Schöpfung, das Äderwerk der Marmorflächen kann gelesen werden als Möglichkeit der Introspektion in die Schöpfung der Welt. Der Altar ist in seiner Semantik befreit und elementar, keine weiteren Symbolismen oder überladene Metaphorik trüben seine Unmittelbarkeit.
Auch die Beziehung des neuen Altars zu Hoch- und Seitenaltar ist bewusst oszillierend gehalten. Die strahlend helle Partie lässt den neuen, in seinen Abmessungen relativ zurückhaltenden Altar vor dem dunklen Hintergrund auf das Deutlichste hervortreten. Gleichzeitig verschmilzt der dunkle Part bei gewissen Lichtsituationen mit dem dunklen Grund des Hochaltars. Beide Eigenschaften rahmen und steigern die Präsenz des Tabernakels.
Neuere liturgische Gestaltungen behandeln den Ambo häufig lediglich als eine formale Variation des Altars. Dies hat zur Folge, dass die Wichtigkeit des Ambo als Ort der Verkündigung des Wort Gottes nicht die gebührende Ausstrahlung findet. Entgegen dieser heute oftmals angewendeten Praxis, wird der neue Ambo offensichtlich gerade nicht von der Gestalt des neuen Altars abgeleitet. Sein geheimnisvoller, stilisierter Faltenwurf spricht wie der Altar von elementarer Statik und Tektonik – seine vielfach komplexere Form ist so gestaltet, dass sich ihm die Aufmerksamkeit der Gläubigen von Selbst zuwendet. Wie der neue Altar sucht auch der neue Ambo seine natürliche Anbindung und Beziehung zum historischen Bestand und findet sie auch in den goldgefassten Partien der Altäre. Zudem verweist die Polymentvergoldung auf die Dimension des Tabernakels und rückt die zentrale Bedeutung der Verkündigung des Wort Gottes in den Vordergrund. Die Schauseite des Ambo wird gemäss dieser Gewichtung zum Evangeliar, auf das die heilige Schrift aufgelegt werden kann.
Unter der Empore bilden drei möbelartige Einbauten mit hellem, geriegeltem Ahornholzfurnier verkleidet einen abgerundeten Windfang, welcher die Besucher in einer dramaturgisch inszenierten, fliessenden Bewegung seitlich in den Hauptraum führt. Hinter dem axial positionierten, halbrunden Paravent wird der bestehende Taufstein in die Raumachse gesetzt.
Die Einbauten unter der Empore sind eigenständige, eingeschobene Elemente welche nicht mit der bestehenden Bausubstanz verbunden sind und sich dem Kirchenraum dezent unterordnen. Durch ihre vor- und rückspringende vertikale Lamellenfaltung ergibt sich eine einfache konstruktive aber gleichzeitig ornamentale Erscheinung. Die optisch störenden Aufgänge zur Empore werden bereinigt. Die beiden symmetrisch angeordneten seitlichen Einbauten beherbergen einen Arbeitsplatz, einen Besprechungs- und Besinnungsraum, einen Beichtstuhl –wo die traditionelle Beichte auch weiterhin stattfinden kann – und eine ‚Nischenkapelle’ für die Pietà.
Der Arbeitsplatz ist als eine Art Studiolo offen ausgebildet und vom Hauptraum her einsehbar. Dies erleichtert den Kontakt zwischen Besucher und Seelsorger. Für Gespräche zu zweit oder in einer kleinen Gruppe bietet der angrenzende Besprechungsraum die erwünschte Rückzugsmöglichkeit. Gleichzeitig kann dieser Raum auch als individueller Besinnungsraum genutzt werden. In der Rückwand des Studiolo wird ein neues Fenster vorgeschlagen, welches sich an der Fassade auf Augenhöhe mit einer Vitrine für Veranstaltungshinweise verbindet. Damit erhellt einerseits natürliches Licht den Arbeitsplatz und Besprechungsraum, andererseits ermöglicht der kleine Mauerdurchbruch einen unerwarteten Bezug nach Aussen. Mit dem ,Fenster‘ zeichnet sich das Erscheinungsbild des neuen Citypastoral subtil an der Eingangsfassade ab.

Wettbewerbsteam:
Christian Kathriner (Bildender Künstler, Luzern)
Wendelin Odermatt (Restaurator, Stans)
Christian Deuber (Lichtplaner, Luzern)

Sia TEC21

Schulhaus Sachslen
offener Projektwettbewerb
2015 (1.Rang)

Situation und Konzept:
 Das gewünschte Raumprogramm wird auf zwei Gebäude, ein Schul- und ein Kindergartenhaus, aufgeteilt. Die im Sockelbereich des Kindergarten-
gebäudes integrierte Schulküche funktioniert
 mit separatem Zugang als weitere autonome Einheit, womit die unterschiedlichen Schulstufen räumlich optimal entflochten werden und eigenständige Adressen erhalten.


Durch diese Aufteilung ergeben sich zwei kompakte und effizient organisierte Volumen, welche aufgrund ihrer Abmessungen, Proportionen und Setzung im Gelände souverän den Übergang
 von Schulareal zu Dorfkern vermitteln und sich angemessen in das Sachsler Ortsbild integrieren. Die Positionierung der Neubauvolumen markiert einerseits den Abschluss der Aufreihung von einzelnen Schulgebäuden zum Dorfkern hin und erweitert andererseits die bestehenden Aussenräume zu einer grosszügigen, zusammenhängenden Schulanlage.

Das vorgeschlagene Konzept ermöglicht eine zeitlich gestaffelte Realisierung in Etappen, ohne aufwändige Provisorien. Die neue Grundschule kann neben dem bestehenden Türlischulhaus gangseitig erstellt werden, ohne dass der Schulbetrieb empfindlich eingeschränkt wird. Der Neubau des Kindergartens/Schulküche lässt sich anschliessend – nach Rückbau von Schul- und Schwesternhaus – aufgrund seiner einfachen Struktur in Elementbauweise
 und ohne Untergeschoss in kurzer Bauzeit realisieren.

sia Tec 21

Überbauung Weinhalde, Kriens
Projektwettbewerb auf Einladung
2017 (2.Rundgang)

Entlang dem neuen Wihaldeweg, welcher sich als Spielstrasse vom Oberhusbach der natürlichen Hangneigung folgend in einer sanften Steigung in Richtung Hobacherwald erstreckt, werden acht gleichartige Gebäudekörper mit identischem Fussabdruck so zueinander platziert, dass interessante und grosszügige Zwischenräume entstehen und insgesamt 44 neue Wohnungen von der idealen Besonnung und den abwechslungsreichen Nah- und Fernsichten profitieren. Die als horizontal gestaffelte Zweibünder kompakt organi- sierten Haustypen nehmen in ihrer Volumetrie die Körnung der umliegenden Bebauungsstrukturen auf. Die acht Baukörper sind behutsam in die bestehende Topographie gelegt, womit der Einsatz von Stützmauern auf ein Minimum beschränkt wird und der Landschaftsraum im natürlich gewachsenen Terrain das Areal durch fliesst und als solcher erfahrbar bleibt.

Kindergarten Alpnach
Projektwettbewerb auf Einladung
2013 (1.Rang)

Lara (6): Heute hatte ich meinen ersten Tag im Kindergarten „Fuchur“.Darauf habe ich mich richtig gefreut, meine beste Freundin Annette ist auch inmeiner Gruppe und wir können fast alles zusammen machen. Als ich mit Mammiund Pappi angekommen bin, habe ich auf der farbigen Treppe bereits ein paarandere Kinder spielen gesehen und Frau Britschgi, unsere Leiterin, hat uns beimEingang unter dem grossen Dach begrüsst. Wir sind dann alle zusammen zu unserer Garderobe gelaufen, wo wir unser Plätzli aussuchen und mit farbigen Filztieren dekorieren durften. Frau Britschgi hat uns dann den ganzen Kindergarten mit allen Räumen gezeigt – bei den Musikräumen habe ich mich mit Annette hinter dem grossen Vorhang versteckt, bis wir lachen mussten und die Anderen uns gehört haben. m Kindergartenraum gefällt mir das kleine Hüsli für die Gruppenarbeiten am Besten. Dort hat es so gemütliche Sitzgruppen mit vielen tollen Bilderbüchern und man kann die Vögel in den Bäumen und die Gleit-schirmflieger über den Bergen beobachten. Das Znüni haben wir alle zusammen auf dem Balkon gegessen; aber ich habe ganz schnell gemacht, damit ich zuerst beim Riitiseili bin. Dort könnte ich stundenlang schaukeln, aber die anderen wollen ja auch mal drauf. Die anderen Kinder sind eigentlich ganz lieb, aber ich kenne noch nicht alle Namen. Ich habe dann noch etwas die vielen Schmetterlinge, die um die Blumen in der Wiese tanzen, beobachtet. Danach haben wir alle zusammen Kräuter aus dem Garten gesammelt und damit viel feinen Tee gemacht, den gibt’s dann morgen zum Znüni im Wald. Frau Britschgi hat uns dann noch im Kreis den Anfang vom Buch „Die unendliche Geschichte“ erzählt, und ich bin schon gespannt, wie die Geschichte von Bastian weitergeht. Aber heute hat’s nur noch für unser Gruppenlied gereicht und dann war unser erster Tag im Kindergarten schon fertig. Ich freue mich bereits auf morgen – es gibt noch so viel zu entdecken...

Verfahren:
Projektwettbewerb auf Einladung
8 Teilnehmer
Einwohnergemeinde Alpnach

Programm:
4 Kindergarteneinheiten mit Gruppenräumen
2 Rhythmik-/ Musikräume

Wijermatt Kerns
Projektwettbewerb auf Einladung
2010 (1.Rang)

Mittels eines Studienauftrages wurde ein Vorschlag gesucht, welcher zu wirtschaftlich guten Bedingungen eine Siedlung mit hoher Wohn- & Lebensqualität auf dem zentral gelegenen Grundstück Wijermatt in Kerns ermöglicht. Es wird die Realisierung einer nachhaltig konzipierten Anlage mit ca. 85 Miet- beziehungsweise Eigentums-wohnungen beabsichtigt.

Der Studienauftrag wurde durch die Eberli Generalunternehmung AG Sarnen in Auftrag gegeben und in einem Konkurrenzverfahren mit vierArchitekturbüros durchgeführt.Durrer Architekten konnten mit ihrem Projekt „Scheeni Uissichte“ das Preisgericht überzeugen. Es ist ihnen gelungen mit den geplanten Neubauten auf die Massstäblichkeit der Umgebung und auf die geforderten betrieblichen Vorgaben einzugehen.

Durrer Architekten wurden mit der Überarbeitung des Wettbewerbprojektes und der weiterenPlanung beauftragt. Die Quartierplaneingabe ist auf Ende Jahr und die Baueingabe im Frühling 2011 geplant.

Auszug aus dem Jurybericht:

Obwohl wir uns in einem Gebiet mitunterschiedlichen Bautypen ausverschiedenen Zeiten befinden, ist ihre Bauten sowohl in Bezug auf dieKörnung und Massstäblichkeit wieauch auf ihre Stellung innerhalb derUmgebung verweben. Dieses zentrale Anliegen setzen sie auf überzeugende Art um, die Neubauten
sind im Situationsplan kaum auszumachen, in der Architektur sprechen sie dann richtigerweise eine eigene zeitgemässe Sprache von ebenfalls
hoher Qualität.

Die durch die geforderte Verbindung bestehende Gefahr, das zusammenhängende Gebiet zu teilen wird durch die geschickte Strassenführung vermieden, das Areal wird gleichmässig möbliert, sodass auch alle Aussenräume ähnliche Abmessungen erhalten.

Sämtliche Einheiten der zwei- bis dreibündigen Typen orientieren sich
in drei bis vier Richtungen. So entstehen differenzierte Ausblicke in verschiedene Richtungen und eine attraktive Spannung zwischen ‚dörflicher’ Dichte und Weite. Das bestehende Haus ‚Röthlin’ wird respektvoll behandelt, behält seinen Umschwung und wird sogar zur Referenzgrösse für die Stirnfassaden der neuen Wohnhäuser.

Die Wohnungen sind klar organisiert, mit wenigen Ausnahmen gut orientiert und besonnt und die meisten Nassräume liegen an den Fassaden.
Zwei von der neuen Durchfahrtsstrasse erschlossene Parkgaragen sind direkt mit den einzelnen Wohnhäusern verbunden, ein ‚organisches’ Wegnetz garantiert die notwendigen Fussgängerverbindungen.

Zusammenfassend handelt es sich bei dem Projek um ein sehr stimmiges, sich sensibel mit der Umgebung verbindendes Projekt von hoher Qualität, das trotz starkerIntegration ein hohes Mass an Eigenständigkeit und Identität besitzt.

Verfahren: Studienwettbewerb auf Einladung
Auslober: Eberli GU

Kindergarten Aarau
offener Projektwettbewerb
2015 (ohne Rang)

„Ein Kind hat drei Lehrer: Der erste Lehrer sind die anderen Kinder. Der zweite Lehrer ist der Lehrer. Der dritte Lehrer ist der Raum“ – Otto Seydel

Mit seiner klaren Figur und Ausrichtung wird das neue FuSTA/ KIGA-Haus zum selbstbewussten Baustein in der ge- wachsenen Schulanlage Rohr und schliesst diese im Norden linear ab.
Die Positionierung bewirkt eine starke Präsenz beim Eingang zum Schulareal und schafft im Süden eine grosszügige, gut besonnte und von der Hinterdorf- strasse abgeschirmte Rest- und Freifläche für Aussenaktivitäten.
Die beiden Betriebseinheiten werden in zwei eigenständigen Gebäuden unterge- bracht, sind aber durch einen Zwischenhof dem geschützten Aussenbereich der Krippe – und einer durchgehenden Fassadengestaltung zu einer formalen Einheit zusammengefasst. Die grosse horizontale Ausdehnung der Fassade wird durch den Rhythmus der Dachform wieder aufgebrochen und erhält eine „häusliche“ Massstäblichkeit. Abstrakt gehaltene Öffnungen überlagern jeweils zwei Gibelkörper und fassen die dahinter liegenden Nutzungseinheiten zusammen.
Der Zugang für Hort und Krippe erfolgt prominent über den Vorplatz am Tor zur Schulanlage, die Kindergarten werden über den südlichen, von der Strasse abgewandten Aussenbereich erschlossen. Die gedeckten Eingänge sind jeweils mit Volumeneinschnitten ausgebildet.
Die drei autonomen Kindergarten sind ebenerdig nebeneinander organisiert, gleich ausgerichtet und können bei Bedarf intern verbunden werden. Die Haupträume werden durch eingeschobene Körper wie dem gedeckten Aussenraum, dem als „Haus im Haus“ ausgebildeten Arbeitsraum sowie dem Serviceblock zoniert. Der mit einer Schiebewand akustisch abtrennbare Gruppenraum schliesst direkt an den Hauptraum an und erlaubt räumliche Quersichten und Sichtkontakt.
Die Räume sind durch zwei Fassaden und mehrere Oblichter genügend belichtet, erlauben vielseitige Ausblicke und das unmittelbare Erfahren des Tageslichtverlaufs. Die Gibelform generiert einerseits eine grosszügige Raumwirkung und vermittelt andererseits eine häusliche Geborgenheit. Krippe und Hort sind auf zwei Geschossen organisiert. Ein gemeinsamer Eingangsbereich erschliesst im Erdgeschoss die zwei symmetrisch angeordneten Krippen, welche durch den verglasten Mehrzweckraum verbunden sind. Der grosse Spielraum öffnet sich jeweils seitlich zur Umgebung hin und bietet im Osten einen direkten Zugang zum geschützten, gemeinsamen Aussenraum.
Im Obergeschoss befinden sich die Räume des Horts. Aufenthalts- und Essbereich sind im Westen mit Aussicht auf Schule und „Schachenbalkon“ untergebracht. Ebenso wie bei den im Osten angeordneten Mehrzweckräumen lassen sich hier die einzelnen Einheiten mittels Faltwand unterteilen oder zusammenlegen und erlauben eine flexible Nutzung. Für die Erschliessung des Obergeschosses kann bei Bedarf ein Treppen- oder Personenlift eingebaut werden.
Der Aussenraum ist entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen der Funktionseinheiten gestaltet. Die grosszügige Auskragung im Eingangsbereich schafft einen vielseitig nutzbaren gedeckten Aussenbereich für die Kinder vom Hort. Er öffnet sich zur Schule und zum neu geschaffenen Rasenplatz. Die intensiv begrünte, grosszügige Spielwiese wird lediglich mit ein paar schattenspend- enden Bäumen eingerahmt und integriert gleichzeitig die Sitzgelegenheiten vor der bestehenden Turnhalle.

Kita Oberägeri
Projektwettbewerb auf Einladung
2014 / ohne Rang

Die unterschiedlichen künftigen Besucher werden in zwei unterschiedlichen und eigenständigen Häusern untergebracht, die Kinder im historischen Stationsgebäude mit rückseitigem Anbau und die Jugenglichen und Kulturinteressierten im Neubau nebenan, einem weiteren, ausgewogenen und selbstbewusstem Baustein im Ortskern von Oberägeri. Durch dessen Zurücksetzen und klares Separieren behält der kleine Körper des Stationsgebäudes seine ursprüngliche Präsenz im Ortsbild. Das Dach des rückwertigen eingeschossigen Anbaus überspannt den Zwischenraum, welcher dem Jugendtreff als gedeckter Aussenbereich dient und verbindet die zwei Gebäudekörper zu einer Anlage wie sie einst Stationsgebäude, Schopf und Remise bildeten.

Das historische Wohnhaus wird sorgfältig restauriert und bleibt in seiner Struktur weit möglichst unverändert. Die neue Nutzung ist so organisiert, dass ein Maximum an historischer Substanz wie z.B. Raumverkleidungen bestehen bleibt. Im Hochparterre und im Obergeschoss finden die zwei Gruppen der Kinderkrippe ihre Haupträume. Im natürlich belichteten Kellergeschoss befinden sich der gemeinsame Bastelraum und im Dachgeschoss der gemeinsame Kreativbereich. Die dienenden Räume wie Foyer, Garderobe, Nasszellen und Räume für die Krippenleitung sind im Anbau untergebracht. Der später vergrösserte Treppenhausanbau wird komplett erneuert und näher zu seiner mutmasslich ursprünglichen Form zurückgeführt. Die originale Treppe im Innern bleibt erhalten. Der Anbau besteht aus einer leichten Stahl-Glas Konstruktion, welche mit einer formalen Leichtigkeit dem Altbau andockt und den Aufsichtspersonen einen Überblickt über den Aussenspielbereich sowie den Krippenzugang gewährt.
Der selbstbewusste und diskrete Neubau wird zur neuen Adresse im öffentlichen Leben von Oberägeri. Seine Räume dienen einzig dem Zweck der Durchführung gemeinsamer Aktivitäten. Im Hochparterre und im Obergeschoss werden der Jugendtreff und der Kulturtreff untergebracht, welche durch ein gemeinsames Treppenhaus verbunden sind. Im natürlich belichteten Kellergeschoss sind die Nebenräume untergebracht. Die unterschiedlichen Lochfenster ermöglichen den Bezug zum öffentlichen Strassenraum und den Ausblick zur malerischen Seelantschaft. Die Architektursprache des Neubaus übernimmt Elemente des historischen Gebäudes wie Fassadensymetrie, Vierschilddach, Decorelemente und Farbigkeit, welche entsprechend zeitgemässer Materialisierung und Konstruktion übersetzt werden.Diesen Gesten unterstützen einen ausgeglichenen Dialog zwischen den unterschiedlich Bauten. Die grossen und geschossübergreifenden Fassaden-öffnungen generieren einen Masstabs-sprung der auf die öffentliche Nutzung hinweisst und die Bewohner und Jugend von Oberägeri einlät sich zu treffen.

KOLINPLATZ ZUG

2011 / ohne Rang

Die Stadt ist schon gebaut, neu ist die Lebensweise und die Konstruktion. Wir befinden uns im oberen Stadtteil von Zug. Hier, wo die Häuser einzeln stehen, wo es Gärten gibt, wo die Burg und die Kirche stehen, hier, wo es den Hang hinunter fliesst. Alles was sich querstellt, muss stark sein. Alles was sich in Richtung des Flusses einfügt, hat es leichter, lässt es fliessen. Utopia wählt den zweiten Weg. Als letztes Gebäude in der Zeile muss es kaum Kräfte aufbieten um zu bestehen, es kann einfach sein. Durch seine Sonderstellung profitiert es von den Rückströmen. An der Grabenstrasse bildet sich ein kleiner, wirbliger Platz. Hier werden die Menschen kommen und gehen. Man beobachtet, man trifft sich, man holt Essen und Trinken, man geht weiter.Mit einem angemessenen, einfachen Volumen korrigiert Utopia die alte Brandnarbe. Die Dachform schliesst die Zeile ab und vermittelt zwischen den verschiedenen Gebäudehöhen. Ein neuer Durchgang ist Schleichweg zum Kunstmuseum und erschliesst den Innenhof. Der Hof, eine Oase der Ruhe und der Kultur, gefasst durch die mittelalterliche Kulisse. Im Untergeschoss Untergrund, im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen, in den Obergeschossen Wohnen. Ein einfaches und bewährtes städtisches System. Eine einfache Gebäudetypologie bietet Flexibilität.Das Haus für junge Menschen hat eine klassische Typologie. Die Struktur des Gebäudes zieht sich durch alle Geschosse hindurch. Das Erdgeschoss ist offen gestaltet, die Obergeschosse eher kammerartig. Hier erschliesst ein zentraler Gang alle Räume. Jeder Raum hat in etwa die gleiche Grösse. Er kann Schlafraum, Gästezimmer, Atelier, Büro, Stauraum, Küche oder Wohnzimmer sein. Die Räume können zum Gang geöffnet, zusammengelegt oder unterteilt werden, es kann eine bis drei Wohnungen entstehen. Diese Flexibilität erweist sich sowohl für WG-Nutzungen als auch für allfällige spätere Umnutzungen als optimal. Utopia hat nicht nur eine klare Gegenwart sondern auch eine flexible Zukunft. Es sollen bis 12 Menschen auf einer Wohnfläche von ca. 280 m2 leben. Das ist eine gute Idee. Es ist sozial, ökologisch und ökonomisch. Der Innenhof, eine Oase der Ruhe und der Kultur. Das Erkennen des Innenhofs als Ort und nicht als Abstellzone, ist der wesentlichste Punkt der Umgebungsgestaltung. Das Potential des Bestehenden wird nicht verschwendet. Zur Innenhofgestaltung gehört in Utopia ein einfacher Pavillonbau, der sich auf das pittoreske Plätzchen ausrichtet. Sein Dach wird zur privaten Terrasse der angrenzenden Häuser, es wird zusätzliche Nutzfläche geschaffen. Im Hof steht ein Baum. Seine Blätter spielen mit dem Auge und sein Grün erfreut die Seele. Er gehört zur Szenerie, wie die Linde auf dem Dorfplatz. Sonst ist es städtisch, ohne Pflanzen, mit einem Boden aus Pflastersteinen. Die Fahrräder werden ausserhalb, entlang der Grabenstrasse geparkt. Der Pavillon bietet Möglichkeiten. Er kann für Sich oder in Kombination mit dem Hauptgebäude vieles sein: Sommerlaube, Restaurant, Atelier, Orangerie, Kino, Theater, Galerie, Konzertlokal, Bar, usw. Ein städtisches Haus, einfach gebaut. Das Haus wird in bewährten, dem Ort angemessenen Materialien erbaut. Das Untergeschoss, die Decken, die Brandwand und die Vertikalerschliessung sind aus Stahlbeton. Die Innen- und Aussenwände werden gemauert. Das wärmedämmende Einsteinmauerwerk ist mit einem mineralischen Kratzputz verkleidet. Die vertikale Rillung des Putzes wird im Erdgeschoss abgedreht und markiert den Sockelbereich. In den Aussenmauern sitzen die Fenster als Löcher in der Wand, zwei- und dreigeteilt, gerahmt durch Einfassungen in Beton. Klappläden bringen die Fenster zum blinzeln und die Räume zum Flimmern. Über Allem ein Dachstock aus Holz, gedämmt und mit Biberschwanzziegeln gedeckt. Die Untersicht des Dachvorsprungs wird durch Künstler gestaltet. Die Innenräume sind hoch, werden künstlich belüftet, sind dem Ort und der Funktion angemessen materialisiert. Das Haus für junge Menschen ist einfach gebaut, trägt ein feines Kleid unter einer bescheidenen Krone. Es tritt durch seine Zurückhaltung hervor.

Hauptsitz OKB Sarnen
offener Wettbewerb
2007 (3.Rang)

Der neue Hauptsitz der Obwaldner
Kantonalbank wird in einer Ge-
bäudegruppe, bestehend aus dem
repräsentativen Altbau von 1908/09
sowie zwei etappiert erstellten Büro-
neubauten beherbergt. Die drei
Gebäudekörper sind im ersten
Obergeschoss durch ein Binde-
glied, welches einen Raum für
die zentrale Markthalle aufspannt,
miteinander verbunden. Diese
Aufgliederung des grossen benö-
tigten Volumens und deren Form-
gebung, erlaubt eine Anpassung an
den Massstab des Sarner Dorf-
zentrums, wie auch an das hist-
orische Bankgebäude an der Bahn-
hofstrasse. Die Neu- und Anbauten
verstehen sich als zurückhaltende
Ergänzung zum bestehenden Bau.
Das grössere Neubauvolumen der
ersten Etappe, welches vorwiegend
Büroräume enthält, ist entlang der
Nachbarparzelle Frauenkloster mit
einem, für den Abbruch des beste-
henden Anbaus aus dem Jahre
1966, genügenden Abstand positi-
oniert. Das kleinere Volumen der
zweiten Etappe, welches die Räume
für Kundenberatung und Weiter-
bildung enthält, wird auf das belas-
sene Untergeschoss des Anbaus an
die Flucht des bestehenden Anbaus
gestellt. Somit wird die Baumallee
und der klar definierte Strassenraum
am Eingang des Dorfzentrums
weitergeführt und erhalten. Es wird
jedoch ein Platz an der Verzweigung
Brünigstrasse – Bahnhofstrasse
freigespielt, welcher dem Altbau
genügend Raum gibt und gleich-
zeitig auf den Eingang zur Markt-
halle hinweist.
Zwischen den Gebäuden befindet
sich jeweils ein ebenerdiger Kunden-
eingang zur Schalterhalle – dies er-
laubt, die Markthalle als einen halb-
öffentlichen Raum erlebbar zu
machen und gleichzeitig einen Zug-
ang vom Dorfzentrum, vom Bahnhof
und vom Kurzzeitparking zu erhalten.
Die übrigen Räume im Erdgeschoss
sind dem Niveau des Altbaus an-
gepasst und bieten somit auch den
geforderten Hochwasserschutz.
Ebenso erlauben im ersten Ober-
geschoss die Niveaus der Neu-
bauteneine durchgehende Anbin-
dung an den Altbau – und kreieren
so eine zentrale Verbindungsebene
zwischen den verschiedenen
Abteilungen.
Die Fassadengestaltung der Neu-
bauten zielen durch die unregel-
mässige Verwendung eines repeti-
tiven Elementes (vorfabrizierte
Betonstützen) auf einen abwechs-
lungsreichen, homogenen Ausdruck,
welcher neben der detailreichen
Fassade des Altbaus bestehen
kann, diesen jedoch nicht zu imitie-
ren versucht. Dieser Fassaden-
ausdruck ist gleichzeitig ein Hinweis
auf die innere Flexibilität der
Gebäude.

Auszug aus dem Jurybericht:
Das Projekt orientiert sich an der
kleinmassstäblichen, heterogenen
Körnung des Dorfes Sarnen.
Die Projektverfasser erzeugen mit
der Positionierung der zwei neuen,
rechteckigen Baukörper im
Zusammenspiel mit dem beste-
henden Altbau der Bank eine gut
situierte Gebäudegruppe. Das
historische Bankgebäude wird
seiner Bedeutung entsprechend
freigestellt. (....)
Der Strassenraum der Brünigstrasse
wird klar definiert und der Weg der
Baumallee wird weitergeührt. An der
Ecke Brünig- / Bahnhofstrasse
entsteht ein Platz, der von der
rekonstruierten Westfassade des
Altbaus flankiert wird, im Weiteren
aber sehr zurückhaltend gestaltet ist.
Die Einzelteile der Gebäudegruppe
werden durch eine zweigeschossige,
dreieckige Markthalle, die auf dem
Niveau des gewachsenen Terrains
liegt, verbunden. Die Stellung der
einzelnen Bauten zueinander ergibt
drei gleichwertig gestaltete Eingänge
in die Markthalle, die allerdings sehr
sparsam ausformuliert sind.
Die Erreichbarkeit ist somit von der
Bahnhofstrasse, vom neu geschaffe-
nen Platz an der Brünigstrasse und
vom Parkplatz her optimal. (....)
Die Zuordnung der Nutzungen ist
klar und konsequent. Die Büroräume
sind vollumfänglich im bestehenden
Altbau und im grösseren Neubau-
volumen angeordnet, wo im Dachge-
schoss auch die Räume des Bank-
rates, der Direktion und Geschäfts-
leitung liegen. Das kleinere Volumen
nimmt die Nutzungen mit öffentli-
chem Charakter auf. Diese Nutzungs-
verteilung führt zu sehr zweckmässi-
gen, gut funktionierenden Einheiten.
Die Grundrissgestaltung der drei
Einzelbauten ist sachlich klar und
einfach. Sie ergibt attraktive,
hochwertige Arbeits-, Beratungs-,
Schulungs- und Konferenzräume mit
unterschiedlichen Bautiefen.
Während die Büroräume entlang den
Fassaden aufgereiht werden, liegen
die Erschliessungsflächen und die
Serviceräume im Kern der Gebäude.

Bei der Gestaltung der Markthalle
verdient der Einbezug der be-
stehenden Südfassade des Altbaus
lobende Erwähnung. Der sorgfältige
Umgang mit dieser „neuen“ alten
Fassade manifestiert sich darin,
dass die Fassade für eine Verbin-
dung nur an einem, gut gewählten
Punkt im ersten Obergeschoss
aufgebrochen wird. Das Thema
der Innenfassade wird bei den Neu-
bauten aufgenommen und fortge-
führt, was zu einem spannenden
Zusammenspiel führt. (....)
Die Fassaden der Neubauten sind
mit den horizontalen Decken-
bändern, den vertikalen Beton-
Rasterelementen in rhythmisierter
Anordnung und den raumhohen
Fenstern konsequent gestaltet.
Die Höhenentwicklung der Neu-
bauten nimmt Bezug zur Schich-
tung des Altbaus.
Diese einfache Formensprache
erlaubt es dem Altbau als haupt-
sächlich repräsentierendes Ge-
bäude aufzutreten, was seinen
Qualitäten absolut entspricht.
Die Dachgestaltung lehnt sich
formal an diejenige des Altbaus
an, sie wirkt aber zu schwer. (...)
Das Projekt überzeugt aus städte-
baulicher Sicht. Die äussere und
innere Gestaltung der Neubau-
ten ist gelungen und attestiert
den Verfassern einen respektvollen
Umgang mit dem Altbau. Die
betrieblichen Funktionalitäten
werden optimal gewährt.
Das Projekt „added value“ stellt
insgesamt einen wertvollen
Lösungsvorschlag dar.

offener Wettbewerb 2007
Auslober: OKB Sarnen
Kennwort: added value

PDF OKB Sarnen

Südmodul
offener Designwettbewerb
2010

Jeder Standort ist anders und hat seine speziellen Eigenschaften. Ein stand-ardisiertes Produkt, das in die unter-
schiedlichsten Situationen passt ist daher ein Kompromiss.
Das Desingkonzept “Variablé” beruht auf der Idee einer 'Non-Standard'-Serienproduktion, welche mit Hilfe von CAD-CAM Software und einem parametrischen Modell spezifische Anpassungen an jedem Einzelobjekt entsprechend dem individuellen
Standort ermöglicht. Jedes hergestellte Möbel ist ein Unikat, geformt durch die Parameter der Umgebung und den Nutzungsbedürfnissen. So lässt sich Formausdruck, Geometrie, Grösse und Proportion innerhalb eines assoziativen Entwurfes individuell optimieren und gleichzeitig ein klares und wieder-
erkennbares System von Erschein-
ungsbildern innerhalb der vernetzten Region schaffen. Durch die program-mierte Geometrie des Designs können Anpassungen einfach und kontrolliert ausgeführt und die für die Manufaktur notwendigen Daten automatisch gene-
riert werden, ohne dass in Planung
oder Ausführung ein Mehraufwand entsteht.
Die Photomontagen zeigen wie neben Nutzfläche, Höhe, Grundrissform und Proportion mit einem entsprechenden “ländlich-urban”- Parameter auch die
Dachform dem gebauten Kontext angepasst werden kann. Die Material-
isierung und Formensprache wird geprägt durch die CNC Produktios-
techniken mit möglichst hohem Anteil an automatisierten Prozessen. Form-
abwicklungen werden mit einem 2D Laser aus Stahlblechen zugeschnitten und mit einem einheitlichen Filletradius mittels CNC Biegemaschine in die be-
stimmten Kurven geformt. So ent-
stehen möglichst grosse zusam-
menhängende Teile, die zu einer
steifen Schale zusammengeschweisst
werden. Die runden Ecken werden
aus präzise zugeschnittenen Metall-
platten in einer Halkugel in die per-
fekte Passform gepresst. Einzelne
Teile werden verzinkt oder lackiert.
Die Eigenschaft des parametrischen
Modells stellt sicher, dass bei jeder
Adaption sämtliche Flächen planar
bleiben und Limiten der Fabrikation-
möglichkeiten eingehalten sind.
Für allfällige spätere Reparaturen
können jederzeit auf Grund archivi-
erter Daten Teile nachgefertig
werden, woduch ein Ersatzteillager
überflüssig wird.
Die technischen Zeichnungen werden
ebenso automatisiert erstellt, wie die
Exportdaten (unfolding und unstamp)
für die Manufaktur. Die Abmessun-
gen und Dimensionen werden durch
das justieren der Parameter generiert.
Mit den gebogenen Radien hat die
Schale eine hohe Aussteifung und
kommt mit wenig Konstruktionsma-
terial aus. Die Blechdicke sowie all-
fällig aufgesetzte Verstärkungen des
Daches sind von den resultierenden
Spannweiten abhängig und werden
individuell angepasst.

offener Wettbewerb
Auslober: Verein Südkultur SG
Kennwort: Variablé
2. Runde

PDF Südbodul

Ried Köniz
offener Städtebau-Wettbewerb
2008

Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurden in Bern und den angrenzenden Gemeinden eine Serie moderner Wohnbauprojekte erstellt, welche dank Ihrer konsequenten und teils sogar radikalen Konzeption - in Bezug auf Massstäblichkeit und Organisation - neue Zentralitäten in der Peripherie von Bern zu schaffen vermochten. Diese Archipel bauen Ihre Identität nicht auf gegenwärtig so modische stadtebäuliche Konzepte wie Stil (die Gebäudehülle als letztes Refugium der Planer) oder Katalog-Urbanismus (Alles-ist-möglich: ein Mosaik der Indifferenzen). Vielmehr waren es grundsätzliche Versuche, auf gesellschaftliche Entwicklungen und Bedürfnisse - Wohnungsmangel, Massenmotorisierung, suburbane Expansion und Stadtflucht - zu reagieren und angemessene Wohnformen und Siedlungstypologien anzubieten. Diese Antworten mögen heute teils als erfolgreiche städtebauliche Projekte gelten, teils als typische Fehlplanungen jener Zeit: Jedes für sich besitzt jedoch dank seiner städtebaulichen Einheit eine eigenständige, klar identifizierbare Identität, unterscheidbar von anderen Stadtteilen; als Konstellation charakteristischer urbaner Artefakte ermöglichen sie eine alternative Lesart der wach-
senden Stadt-Region Bern, in der - nebst der Wahrnehmung der Stadt als Mittelpunkt-Peripherie-Gegensatz oder der Stadt als blosses Netzwerk von Infrastrukturen und Mobilität - das Wohnen in seiner Essenz ein konsti-tuierender Bestandteil ist. Das zukünftige RiedDas Ried wird nach seiner vollständigen Erstellung Raum für mehrere Tausend Einwohner bieten. Wir denken, es ist legitim, das zukünftige Ried als städtisches Quartier zu sehen, in welchem nicht nur geschlafen wird, sondern vielerlei Aspekte des täglichen Lebens stattfinden. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass dem Gebiet heute (und möglicherweise auch noch in einem oder zwei Jahrzehnten) jeglicher städtischer Charakter fehlt, welcher nicht alleine durch das Bauen von bestimmten Gebäudetypologien erreicht werden kann: Nutzungsmix und -Intensität, Inbesitznahme durch die Bewohner etc.Die Rahmenbedingungen, welche wir für die Bebauung des Rieds vorschlagen, fixieren deshalb einige wenige essentielle Punkte von öffentlichem Interesse, welche eine zukünftige urbane Entwicklung des Rieds ermöglichen: Erschliessung und Strassenräume, Umriss der Baufelder und Höhenentwicklung, Grünräume. Jenseits dieser Regeln - und bedingt durch diese - ist über die nächsten Jahrzehnte eine maximale Freiheit in der Erstellung von innovativen Bautypologien und Nutzungen möglich. ErschliessungEine kontinuierliche Strassenerschliessung in zwei Etappen bildet die Grundlage für die Entwicklungsfähigkeit des Quartiers Ried. Vom stadtmorphologischen Gesichtspunkt sind stark integrierte (im Gegensatz dazu: stark segregierte) Quartiere mit dem Wegnetz ihrer Umgebung verflochten und weisen eine hohe Durchlässigkeit auf. Sie sind nicht allein das Ziel von Bewegungen, sondern werden auch durchquert. Aus diesem Grund weisen sie unter anderem ein höheres Potenzial für die Entwicklung öffentlicher oder kommerzieller Nutzungen auf als morphologisch segregierte Gebiete. Um dieses zukünftige Potential für das Ried zu erhalten, schlagen wir anstelle von Sackgassen mit totem Ende zwei kontinuierliche Strassenschlaufen vor, welche Brüggbühlstrasse und Landorfstrasse verbinden. Ein kleinmaschiges, durchlaufendes Wegnetz für den Langsamverkehr überlagert diese Groberschliessung. Zwei weiträumige Grünräume weisen unterschiedliche Charakteren auf: Der grosse Grünraum entlang des Waldes liegt ausserhalb der Ueberbauung, er ist noch immer Teil eines überregionalen Freiraumsystems. Seine Nutzung soll nicht primär Bedürfnisse der neuen Anwohner befriedigen, sondern jene der gesamten Gemeinde. Der zweite grosse Grünraum liegt im Gebiet des Weilers: Mit den bestehenden Landwirtschaftsgebäuden, neuen Schulbauten und der starken Vernetzung in die Ueberbauung Ried besitzt er den Charakter eines urbanen Obstgartens, er ist Teil der Siedlung. Beide Grünräume sind ökologisch gut an das übergeordnete Grünraumsystem angebunden. Landmarke, Höhenen-twicklungDas Ried als Wohngebiet bedarf im regionalen Kontext keiner Markierung durch Hochhäuser, solche sind im Gebiet des Bahnhofs Niederwangen denkbar. Die süd- bis nordwestlich orientierten Hänge des Baugebiets garantieren attraktive Ausblicke auch ohne Hochhäuser. Wir schlagen den Verzicht auf höhere Gebäude vor, stattdessen eine Bebauung mit Gebäuden, welche gestaffelt dem coupierten Terrain folgen. Eine eigen-ständige Identität soll nicht durch eine abstrakte Skyline erzeugt werden, sondern durch markante und intere-
ssante Räume innerhalb und ausserhalb der neuen Siedlung. Die Baufelder beschränken die Bauhöhe auf vier Geschosse, vor der Tubentränki partiell auf 3 Geschosse.BaufelderZugunsten einer räumlichen Kontinuität der öffent-lichen und halböffentlichen Aussen- und Strassenräume schlagen wir vor, mit geometrisch einfachen Baufeldern die Form der Bebauungen und Zwischenräume festzulegen. Die Ausrichtung reagiert auf die Exposition und die Topographie. Anschlusspunkte der Erschliessung und Langsamverkehrsverbindungen werden definiert. Durch das Zusammenfügen der Baufelder entstehen Zwischenräume unterschiedlicher Dimension und Lage: Strassenräume, öffentliche Plätze, Quartierstrassen, Wege.Die vorgeschlagenen Bebauungsregeln fokussieren auf jene Stellen, welche für die Qualität des zukünftigen öffentlichen Raumes entscheidend sind. Dort, wo die Baufelder die Quartierstrasse berühren, schlagen wir für die Uebergänge städtische Lösungen vor: Anstatt Rabatten und Abstandsgrün Möglichkeiten für ebenerdiges Kleingewerbe, Ateliers, Loftwohnen und kollektive Einrichtungen. Zum Waldrand hin wird der Uebergang Siedlungsgebiet-Waldrand mit muralen Themen artikuliert: Klare Trennungen zwischen öffentlichen und privaten Aussenräumen. Die Vorgaben am Perimeter der Baufelder werden mit einer reduzierten Regeldichte im Baufeldinnernkompensiert. EtappierungInnerhalb der 3 Hauptbaufelder sind Etappierungen in aus heutiger Perspektive sinnvoller Grösse aufgezeigt (Total 10 Etappen). Es ist jedoch durchaus denkbar und möglich, die einzelnen Bauetappen innerhalb der 3 Hauptbaufelder zu verkleinern und zu vergrössern, im Sinne einer längerfristigen Planungsflexibilität.

Zusammenarbeit mit Tom Weiss, Raumbuerau
www.raumbuerau.ch
Wettbewerb offenes Verfahren 2007
Aulosber: Gemeinde Köniz

EFH MERENSCHWAND

In einem heterogenen Umfeld mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, Agrar- und Gewerbebauten soll auf einer leicht ansteigenden Parzelle ein neues Einfamilienhaus erstellt werden.

Um das grosszügige Raumprogramm der Bauherrschaft in einem dem Ort angemessenen Volumen unterzu-bringen, wurde sowohl im Grundriss als auch im Schnitt eine Staffelung eingeführt.

So ist der ursprünglich archetypische Hauskörper in der Längsachse um eine Zimmerbreite verschoben, was sich in einer Segmentierung der längeren Fassaden auswirkt. Im Schnitt wird das Haus ebenfalls gestaffelt, indem der östliche Gebäudeteil um eine halbe Geschosshöhe abgesenkt wird. Damit kann die Integration ins Gelände und die interne Erschliessung optimiert sowie die Gesamthöhe des Gebäudes reduziert werden.

Da die Bauherrschaft gerne Gäste empfängt und bekocht, wird der Essraum zum eigentlichen Kern des Hauses ausgebildet. Durch seine Position und doppelte Geschosshöhe wird er zum Referenzraum innerhalb des Gebäudes. Er ermöglicht vielseitige Quersichten und Ausblicke und macht durch seine seitliche Öffnung bis in die Dachschräge die gesamte Dimension des Hauses erlebbar.

Die Raumabfolge innerhalb des Erschliessungsparcours führt von Halbgeschoss zu Halbgeschoss immer mehr vom Öffentlichen ins Private: vom Eingang über den Wohn- und Essbereich, die Büro- und Gästeräume, die Kinderzimmer bis hin zum grosszügigen, in der Höhe gestaffelten Elternbereich unter dem Dach mit direktem Ausgang auf die integrierte Terrasse.

Das ganze Haus gibt sich in der äusserlichen Gestalt zurückhaltend um dann im Innern seine räumliche Vielfalt voll zu entwickeln.

Das Projekt wird ab Baubewilligung durch ein örtliches Büro ausgeführt.

Vorprojekt / Baueingabe
Bauherrschaft privat
Planung 2010-2011
Volumen 1'250 m3
Adresse 5634 Merenschwand

SEEMLI VITZNAU

Für die anstehende Ortsplanungs-
revision in Vitznau wurde über das nordöstlich des Dorfzentrums ge-
legene Areal Seemli eine Bebauungs- und Erschliessungsstudie verfasst.

Die Studie zeigt beispielhaft mögliche Bebauungsstrukturen auf, welche eine ortsbildverträgliche Verdichtung des topografisch anspruchsvollen Geländes am Waldrand erlauben.

Obwohl die Topografie den Betrach-tungsperimeter in einen östlichen Teil am steilen Hang und erhöhten Plateau sowie einen westlichen Teil in der Senke der bestehenden Fensterfabrik aufteilt, soll die Bebauung Seemli eine Einheit bilden und nach den gleichen Kriterien gestaltet werden:

Vornehmlich Wohnnutzung, horizontal und vertikal gestaffelte Bauten und Fassaden mit einem besonderen Augenmerk auf der Dachgestaltung, direkte Seesicht für die Mehrheit der Wohnungen, Quersichten und Ausblicke in alle Richtungen, kleinstmögliche Eingriffe in das bestehende Terrain sowie möglichst viel Freiraum zwischen den Gebäuden und den einzelnen Einheiten.

Dabei wird insbesondere eine Verkehrserschliessung angestrebt, welche sich gut in das bestehende Terrain integriert und gleichzeitig eine sinnvolle Etappierung der Bauten ermöglicht ohne dass eine Zäsur zwischen oberem und unterem Teil der Bebauung entsteht.

Zurzeit wird die Studie durch die Ortsplanungskommission begutachtet.

Bebauungsstudie
Bauherrschaft privat
Planung 2011
Betrachtungsareal 13'200 m2
Adressse Gütschstrasse
6354 Vitznau

POUBELLE SIERRE

Das Design basiert auf der Idee einer
„Non-Standard“-Serienproduktion,
welche mit Hilfe von CAD-CAM-Soft-
ware spezifische Anpassungen an
jedem Einzelobjekt entsprechend
dem individuellen Standort ermög-
licht.Jeder hergestellte Container ist
ein Unikat, geformt durch variierende
Parameter vor Ort wie z.B. Platz-
verhältnisse oberirdisch und/oder
unterirdisch, erforderte Kapazität,
Umgebung, Terrainverlauf usw.
Der Entwurf und die Funktion des
assoziativen, geometrischen
Modelles,entwickelt von Reto Durrer
und Rodrigo Loaiza am Berlage
Institut in Rotterdam, sind im Artikel
„Parametric Urban Waste Container“
in der Architekturzeitschrift
Archithese (Heft Nr. 4/2006)
ausführlich beschrieben.
Eine speziel für Sierre entwickelte
Funktion ist die Anpassungsfähigkeit
der Schale an das unterschiedlich
geneigte Terrain. Die Oberflächen-
konti-nuität der einzelnen Standorte
muss nicht unterbrochen werden.
Die gesamte Konstruktion sämtlicher
Teile des Containers basiert auf den
Höhenkoten der vier Eckpunkten
im Gelände.
Mit der reibungslosen Produktion
einesPrototypen (Massstab 1:2)
konnte das CAD-CAM Design erfolg-
reich getestet werden. Die Daten,
die vom virtuellen Modell aus der
Software exportiert werden, sind
direkt auf die CNC-Maschinen über-
tragbar. Sechs Einzelteile werden
mit einem Laserschneidegerät aus
einem einzelnen Stahlblech ausge-
schnitten. Vier Wandelemente wer-
den mit einer CNC-Abkantungs-
maschine, die mit Spezialwerkzeug
im Containerradius ausgerüstet ist,
gebogen. Die Kugelausschnitte an
den oberen zwei Ecken werden
ebenfalls mit einem speziell ange-
fertigten Werkzeug in die ent-
sprechende Form gepresst.
Die Einzelteile werden von Hand
verschweisst und verspachtelt.
Die Containerschale kann an-
schliessend galvanisch verzinkt und
einbrennlackiert werden.
Der Prototyp wurde von der Firma
Meyer Metall AG unter der Leitung
von Peter Obi produziert.
Das assoziative Design lässt sich an
jedem Standort perfekt anpassen.
Das Erscheinungsbild ist zurückh-
altend – auch eine Serie wirkt durch
unterschiedliche Nuancen einzelner
Objekte weniger dominant.

'An den Grenzen der Standardisierung'
Artikel Archithese Herft 4 2006

Abfallcontainer für Sierre
Auftraggeber Stadt Sierre
Planung 2007

Büropartner:

Daniel Durrer, dipl. Arch. ETH SIA

Reto Durrer, dipl. Arch. FH MA SIA

Mitarbieter seit 2006:

Matthias Blumer, dipl. Arch. MA FHZ

Patrick Ligabue, Hochbauzeichner

Katharina Henschke, Hochbauzeichnerin

Ana Bela Amstad, dipl. Arch. BA FHZ

Sabrina Mathis, dipl. Arch. BA FHZ

Maja Udilovic, Architektin in Ausbildung

Meret Speiser, Arch. FH / MA Kunsthist.

Abel Basurto, dipl. Architekt MA

Sophie Keller, dipl. Architektin

Ane Lang, dipl. Architektin

Rodrigo Loaiza, MArch B.I.

Elia Malevez, dipl. Architektin FH

Mathias Reinhard, dipl. Architekt MA

mail@durrerarchitekten.ch

Telefon +41 41 662 17 71

Durrer Architekten AG
dipl. Arch. FH ETH MA SIA
Moosstrasse 7
CH-6003 Luzern

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'Haus ist zu einem Bijou geworden'
Neue Obwaldner Zeitung 2.02.2015

'KARTON Architektur im Alltag Zentralschweiz'
Heft Nummer 26 Januar 2013

'Roter Nagel im Garten... Auszeichnung IHS'
ONZ 11.11.2011

'Roter Nagel bezeichnet Baukultur von hoher Qualität'
Neue Nidwaldner Zeitung 16.11.2011

'Neues Haus an alter Stelle'
Neue Nidwalden Zeitung 10.11.2011

Videobeitrag 'Roter Nagel Haus am Hubel'
www.art-tv.ch Beitrag November 2011

'Wohnen im Denkmal'
Werkstil ISBN 978-3-033-03623-9

'Wenn aus Obstbäumen Häuser werden'
ONZ 14.10.2011

'An den Grenzen der Standardisierung'
Archithese Heft 4.2006 CAAD CAAO

Für die Mitarbeit an interessanten und anspruchsvollen Bauvorhaben suchen wir per sofort oder nach Vereinbarung

eine/n Architekt/in ETH/FH

Zur Unterstützung unseres Teams im Bereich Projektierung und Ausführung suchen wir ebenfalls per sofort oder nach Vereinbarung

eine/n Hochbauzeichner/in

Wir bieten die Möglichkeit, in einem jungen Team spannende Projekte selbständig abzuwickeln, eine moderne Infrastruktur und ein Arbeitsplatz an zentraler Lage in Luzern.

Wir erwarten fundierte EDV-Kenntnisse (vorzugsweise ArchiCad), eine effiziente und selbständige Arbeitsweise sowie viel Freude an der Architektur.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an:

r.durrer@durrerarchitekten.ch

Praktikum

Wir bieten gelegentlich Praktika von 3-6 Monaten für motivierte Studentinnen/ Studenten mit gestalterischen Qualitäten zur Mitarbeit an Wettbewerben und Studien an.

Bewerbung mit Portfolio und gewünschtem Zeitraum an:

r.durrer@durrerarchitekten.ch